Cottbus (1998)

Verbunden mit den sportlichen Erfolgen des FC Energie Cottbus hat in der Region nicht nur der Fußball, sondern auch die Fanarbeit innerhalb der Jugendarbeit eine sehr bedeutende Rolle eingenommen. Dem haben die Stadt Cottbus und der FC Energie Rechnung getragen und im Februar 1998 ein Fußballfanprojekt ins Leben gerufen. Nach einem halben Jahr in der Trägerschaft der Stadt übernahm der Jugendhilfe Cottbus e. V., einer der größten Jugendhilfeträger der Stadt, das Fanprojekt, das seitdem sozialpädagogische Fanarbeit im Sinne des Nationalen Konzepts Sport und Sicherheit (NKSS) leistet.


Im Stadion der Freundschaft herrscht eine besondere Atmosphäre

Anfangs wurde die Arbeit des Fanprojekts über vier ABM-Stellen abgesichert. Nach mehreren personellen Umstrukturierungen kann das Projekt derzeit mit den pädagogischen Mitarbeitern Sven Graupner, Roman Koß und Roman Frank mit einem Personalschlüssel von 2,5 Stellen arbeiten und somit eine personelle Kontinuität absichern. Schon nach kurzer Zeit gewährleistete das Fanprojekt Cottbus die klassischen Standards der Fanarbeit und beteiligt sich seitdem an der Lebenswelt der jugendlichen Fans durch Begleitung zu Heim- und Auswärtsspielen, Klub­abende, Streetsoccer-Turniere usw. Ein weiterer Schwerpunkt sind beispielsweise sozialpräventive Gruppenreisen. Ziel dieser Maßnahmen ist es, intensive und belastbare Beziehungen zu den relevanten Fangruppen aufzubauen, um dort die szeneinternen Selbstregulierungskräfte zu stärken. Letzteres kann nur gelingen, wenn die vorhandenen Kommunikationsstrukturen der Fans (bspw. Fanbeirat, Fantreffen, Fanguide) gefestigt und damit einhergehend die verantwortungsvollen Kräfte in der Kurve gestärkt werden.

Dies ist umso bedeutender, da latent vorhandene rechtsorientierte Einstellungen in der Cottbuser Fanszene keinen Fuß fassen sollen. Eine wichtige Aufgabe für das Fanprojekt stellt in diesem Zusammenhang auch die Beratung und weitere Sensibilisierung des FC Energie Cottbus für diese Problematik dar.

Das Cottbuser Fanprojekt hat sich zu einem wichtigen und unerlässlichen Bestandteil der Cottbuser Jugendarbeit entwickelt und ist innerhalb der städtischen Trägerstruktur gut vernetzt. Durch Streetsoccer-Turniere, die gemeinsam mit dem im Träger angesiedelten Streetwork-Projekt durchgeführt werden, können gezielt Jugendliche im öffentlichen Raum über den Fußball hinaus angesprochen werden.


Sven Graupner, Roman Koß und Roman Frank

Mit der Fertigstellung des Strombadgeländes in der Nähe des Stadions haben sich neue Möglichkeiten für die Fanarbeit in Cottbus ergeben. So soll der Fokus verstärkt auf Fanbegegnungen mit gemeinsamen Aktivitäten und Übernachtungen in Cottbus gelegt werden. Auch die geografische Nähe zu Polen wird grenzüberschreitend genutzt, zum Beispiel in einer bemerkenswerten Kooperation mit der Fachhochschule Lausitz, die sich u. a. in der Ausrichtung eines deutsch-polnischen Fanarbeitsworkshop zur Vorbereitung der Europameisterschaft 2012 zeigte.

Ferner sind die Koordination des Fanbeirates, die Durchführung von Fanbegegnungen, U18-Fahrten, Turniere und Ferienfahrten, die Organisation und Betreuung von Fanklubs, Einzelhilfen für Fans in belasteten Lebenssituationen und vieles mehr fester Bestandteil der Arbeit des Fanprojekts.


Fanprojekt Cottbus Jugendhilfe Cottbus e.V.

Roman Frank, Sven Graupner, Roman Koß

Postadresse
Thiemstraße 39
03050 Cottbus

Fanprojektladen
Lutherstraße 9
03050 Cottbus

Tel (0355) 3817826
Fax (0355) 4838335
E-Mail fanprojekt@jugendhilfe-cottbus.de
Homepage www.fanprojekt-cottbus.de

 
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