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Darmstadt (2002)
Das Fanprojekt in Darmstadt wurde nach mehr als einjähriger Vorbereitungsphase im April 2002 ins Leben gerufen. Als Träger wurde der Internationale Bund gewonnen, der in Offenbach schon Erfahrungen mit dem dortigen Fanprojekt sammeln konnte.
Nachdem das Fanprojekt zunächst in zwei Containern auf dem Stadiongelände untergebracht war, konnten im Oktober 2006 die lang ersehnten neuen Räumlichkeiten nahe dem Stadtzentrum bezogen werden. Das neue Angebot wird seitens der Fanszene hervorragend angenommen und an den beiden offenen Tagen des Fantreffs sind dort stets 30 bis 40 Lilien-Fans anzutreffen. Zudem werden die Räume als Kommunikationszentrum genutzt: Hier fanden Vorbereitungstreffen zur Gründung des Fanklub-Dachverbandes Fanverein Darmstadt 98 e.V. statt, ebenso Redaktionssitzungen von Fanzine-Machern. Seit wenigen Monaten finden sich weibliche Fans der Lilien, wie der SV Darmstadt 98 im Volksmund genannt wird, zu Mädels-Treffen zusammen. Außerdem gibt es in regelmäßigen Abständen fußballorientierte Kulturangebote wie Filmabende. Die neuen Räume bieten ideale Bedingungen für sozialpädagogische Einzelfallhilfe und Gruppenangebote sowie für notwendige Büroarbeiten. Termine auch außerhalb der bekannten Öffnungszeiten werden von den Jugendlichen zunehmend in Anspruch genommen.
Die beiden Container im Stadion werden bei Heimspielen weiterhin als Treffpunkt genutzt. Dort besteht auch die Möglichkeit, die Fanutensilien zu lagern. Bei Heimspielen sind die Mitarbeiter des Fanprojekts in der Regel zwei Stunden vor und bis zu zwei Stunden nach dem Spiel im Fancontainer ansprechbar. Die Nach-Spiel-Betreuung kann bei einschneidenden Ereignissen auch länger dauern. Bei Auswärtsspielen begleitet das Fanprojekt die Fans bei der Anreise, vor Ort sowie auf der Heimfahrt. Die Fanszene der Lilien zeichnet sich schon seit Jahren durch ihr, vom Fanprojekt aktiv unterstütztes, kreatives antirassistisches Engagement aus. Im Jahr 2008 fand dies seine öffentliche Anerkennung in der Auszeichnung der Ultras Darmstadt im Wettbewerb Gesicht zeigen der Stadt Darmstadt.

Michael Kirschner,
Frank „Schneekönig“
Bretsch
Zu Beginn wurde das Fanprojekt von Andreas Gompf geleitet, der im Jahr 2004 leider einem Krebsleiden erlag. Ihm folgte der Diplom-Pädagoge Sascha Rittel, der das Fanprojekt bis Juli 2008 leitete und als Institution der offenen Jugendarbeit in der Stadt Darmstadt und weit darüber hinaus etablierte. Seit August 2008 leitet der Sozialwissenschaftler Michael Kirschner als hauptamtlicher Mitarbeiter das Fanprojekt. Unterstützt wurden die Projektleiter von den Honorarkräften Patrick Boyny (bis 2007) und Frank „Schneekönig“ Bretsch (seit 2004), die beide von langjährigen Erfahrungen mit der Darmstädter Fanszene sowie der praktischen Fanarbeit profitieren.
Das Fanprojekt Darmstadt versteht sich als Anlauf- und Kontaktstelle für alle Lilien-Fans und andere Interessierte. Schwerpunkte in der täglichen Arbeit sind unter anderem, bei Konflikten mit der Polizei und den Ordnungskräften zu vermitteln, Vorurteile gegenüber Fußballfans abzubauen, Fans bei allen Heim- und Auswärtsspielen zu begleiten, betreute U18-Fahrten ohne Nikotin und Alkohol zu taschengeldfreundlichen Preisen durchzuführen sowie Fans bei der Planung und Durchführung von Aktionen und Choreografien im Stadion und anderen Veranstaltungen zu unterstützen. Zudem leistet das Fanprojekt Hilfe und Beratung bei Problemen abseits des Fußballs. Als Institution der sozialpädagogischen Jugendarbeit arbeitet das Fanprojekt Darmstadt in diversen Netzwerken aus der Region. Kooperationspartner sind u. a. Jugendberufshilfe, Jugendgerichtshilfe, Jugendhäuser, Kinder- und Jugendförderung, das Jugendamt sowie die Aktionsgemeinschaft Bewegungsorientierte Sozialarbeit.
Fanprojekt Darmstadt Internationaler Bund e. V.
Frank Bretsch, Michael Kirschner (Leitung)
Erbacher Straße 1
64283 Darmstadt
Tel (06151) 951 37 38
Fax (06151) 951 37 39
Mobil (0160) 91 501 698
e-mail Michael.Kirschner@internationaler-bund.de
homepage www.ib-fanprojekt-darmstadt.de
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