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Elena Konstantinidis Frauen in der Hooligan-Szene Zugehörigkeit zu einer Gruppe als Anhängsel ist ein Status des Dazugehörens, der gleichzeitig sofort wieder infrage gestellt wird. Dies ist ein Phänomen, das für die Erforschung jugendlicher Subkulturen generell zutrifft, wo allgemein gern ein „Fehlen“ der Mädchen und jungen Frauen in den Berichten über gemischtgeschlechtliche Gruppierungen Jugendlicher festgestellt wird.(1) Dabei bleibt unklar, ob es sich um ein Problem verzerrter Wahrnehmung handelt,
Also stellte sich mir die Frage: Wenn ich über Frauen in der Hooligan-Szene forschen will – gibt es sie überhaupt? Was bedeutet das „Anhängsel“-Sein genau? Der Begriff impliziert ja doch Präsenz, Dabei-Sein – wie kann das gleichzeitig Nicht-Zugehörigkeit sein? Ein erstes Ziel meiner Untersuchung wurde deshalb, eine empirisch begründete Beschreibung der Zugehörigkeits- und Beteiligungsformen von Frauen in einer Hooligan-Szene zu erstellen.(2) Subkulturelle Szenen werden als Orte angesehen, an denen in gemeinsamen Inszenierungen aktiv und spielerisch alternative Identitäten gelebt werden. Sie könn(t)en Orte sein, an denen auch unterschiedliche und vom gesellschaftlichen Mainstream abweichende Arten des Frau-Seins möglich sind. In der Perspektive des „gender doing“ (West/Zimmerman 1991) sind Weiblichkeit und Männlichkeit gleichzeitig Produkte und Prozesse interaktiver Handlungen, wobei verschiedene Vorstellungen über die Geschlechter als (sub-)kulturell überlieferte Leitlinien dienen (vgl. Lipsitz Bem 1993). Diese werden in den alltäglichen Interaktionen in einer Szene stets neu reproduziert oder aber verändert. So betrachtet, sind subkulturelle Weiblichkeiten (vgl. Connell 1999) möglich – allerdings zusätzlich beeinflusst durch die individuellen Selbstkonzepte der Frauen und die gleichzeitig in der Szene ablaufenden Prozesse der Herstellung von Männlichkeiten. In einem zweiten Schritt fragte ich also danach, wie in den normativen Vorstellungen und den gemeinsamen Handlungen in der Hooligan-Szene Geschlechterkonzepte ganz konkret hergestellt werden und was dies für einen Einfluss auf Zugehörigkeit und Beteiligung der Frauen an der Szene hat. Nach einem ersten Kontakt via Fan-Projekt konnte ich mithilfe des persönlichen Beziehungsnetzes der Frauen vier Interviewpartnerinnen aus der Hooligan-Szene einer größeren Schweizer Stadt für meine Untersuchung finden:(3) Nicole (26, kaufmännische Angestellte), Freundin eines Hooligans, ist gelegentlich in der Szene präsent; Sabine (20, Pharmaassistentin), Freundin eines Hooligans, ist oft in der Szene präsent und pflegt Freundschaften zu den Hooligans als ihre „Freundesclique“; Caroline (20, in Ausbildung), bezeichnete sich selbst als „voll dabei“, hat keinen Partner in ihrer Hooligan-Gruppe und Sandra (20, ebenfalls in Ausbildung im medizinischen Bereich), die als jüngeres Mädchen (im Alter von ca. 16–19) oft mit einer Gruppe „Nachwuchs-Hooligans“ unterwegs war und lange Zeit eine Beziehung mit einem Hooligan hatte, die erst vor kurzem beendet wurde.(4) Durch die mit qualitativen Methoden(5) durchgeführten und ausgewerteten Interviews mit ihnen konnte ich die Vorgänge in der Szene beschreiben und erfassen, wie die jungen Frauen selbst deuten, was sie erleben. 1. Zugang zur Gruppe, Präsenz in der Szene und Ausschlussmechanismen Die Hooligans sind eine subkulturelle Szene, jedoch jeweils auch eine ganz konkrete Gruppe von Personen innerhalb der lokalen Szene der Fußballfans.(6) Zugehörigkeit zu dieser Gruppe ist, sowohl für Frauen wie für Männer, ausschließlich informell definiert und zeigt sich darin, ob jemand aus der Sicht der anderen Gruppenmitglieder „dazugehört“ und regelmäßig über für die Gruppe wichtige Anlässe informiert wird. Genauso informell erfolgt die Aufnahme in die Gruppe. Hier findet schon eine erste Selektion nach Geschlecht statt. Sandra beschreibt das so:(7) „Dort wo ich ein bisschen dabei war haben sie wie fast einen Klub gehabt … der und der und der ist dabei und von dem hatte man auch die Telefonnummer …. und dort hat es ja eigentlich nie geheißen zu einer Frau ‘He willst du dabei sein’ … als Frau bist du einfach mitgekommen, weil du die Freundin warst“ Dem gegenüber steht die Tatsache, dass Nicole, Sandra und Sabine alle drei eine Sozialisation als Fußball- und Eishockeyfan(8) erlebt hatten, diese Sportarten z. T. selbst ausübten, sich selbst als kompetent in Bezug auf den Sport wahrnahmen und sich schon seit einiger Zeit innerhalb von Freundeskreisen in der Fanszene bewegten. Ein zentrales Mittel, die Gruppe zu definieren und gegen außen abzugrenzen, ist schlicht und einfach Informationskontrolle. So wussten Sabine und Nicole, dass ihr Freund Fußballfan ist, denn sie lernten die Männer in diesem Kontext kennen; sie wurden aber erst, nachdem die Beziehung eine Weile gedauert hatte, von ihren Partnern über die Zugehörigkeit zum inneren Kern der Hooligan-Szene regelrecht „eingeweiht“: „er hat mir auch Material gezeigt … Fotos und so Sachen“ (Sabine). Die jungen Frauen sind dann herausgefordert, die Gruppenzugehörigkeit ihres Partners zu akzeptieren und sich mit der Hooligan-Szene auseinander zu setzen, so wie Nicole, die das Ganze zuerst „eher so ein bisschen belächelt“ hat, sich irgendwann vornahm: „Jetzt will ich auch mal mitgehen … aber dann wenn eben eine Auseinandersetzung mit Gegnern organisiert ist.“ Diese Haltung ist bedeutsam, um in einem parallelen Prozess gleichzeitig eine funktionierende Paarbeziehung und eine befriedigende Beziehung zur Gruppe aufzubauen. „Ich habe es ihm nicht verboten wie seine Exfreundin … er hat seiner Exfreundin jeweils gesagt, er gehe mit dem Kollegen ins Kino, dabei ist er heimlich an die Fußballmatchs“, erzählt Sabine. Dieses Beispiel zeigt auch, dass der Freundin auch situativ immer wieder Informationen über die Aktivitäten der Männer vorenthalten werden. Auch Caroline – sie fand den Zugang zur Hooligan-Gruppe nicht als „Freundin“, sondern durch ihre Zugehörigkeit zur lokalen Skinhead-Szene – akzeptiert eine Definitionsmacht der Männer über ihre Präsenz bei Aktivitäten der Gruppe, sowie über die Zugehörigkeit aller Frauen: „also bis jetzt … die Gruppe Faust sagt … ich sei die einzige Frau, die mitkommen darf“. Ein weiterer Weg, die Gruppe gegen innen zu definieren und gegen aussen abzugrenzen, bieten Kommunikationssituationen, in denen mit Witzen und Sprüchen vermeintlich harmlos Macht über Zugehörigkeitsdefinitionen demonstriert wird: „also am Anfang bin ich echt schockiert gewesen“, berichtet Sabine, „ich habe niemanden gekannt … und da macht der (sie schlägt auf den Tisch) ‘Wer an diesem Tisch hinsteht hat erst mal hoi zu sagen’… und ich so ‘Ich hab doch hoi gesagt’ und er hat einfach angefangen zu lachen und die anderen fanden es lustig“ Frauen gegenüber ist dies denn auch oft sexuell eingefärbt: „also irgendwie eine die sie ein bisschen blöd anmachen … mit Witzchen und so … irgendwie so anflirten und die denkt ‘Ui, was sind das für Leute’“. Mit diesen Kommunikationsmustern und dem darin enthaltenen Sexismus umgehen zu können, ist für die Frauen wiederum eine Möglichkeit zu beweisen, dass sie „Insiderinnen“ sind: „Und wenn, dann nimmst du’s mit Humor, dann ist es einfach Humor“, beschreibt Caroline ihre Strategie. Eine oft gewählte Möglichkeit der Grenzziehung in Bezug auf die Zugehörigkeit ist eine örtliche und zeitliche Trennung der Sphären von Mann und Frau. Diese wird oft durch die Männer vorgenommen: „Er sagte ‘Wir gehen noch schnell dort und dort, wartest dann da, gehst mit den Frauen’, weil sie schlichtweg die Frauen nicht dabei haben wollten bei Kämpfen“, berichtet Sandra. Dies kann allerdings auch eine bewusst von den Frauen gewählte Strategie sein, wenn sie mit dem Konzept des „Gegenpols“ in Zusammenhang steht. 2. Das Gegenpol-Konzept Die Zugehörigkeit zur Hool-Szene beinhaltet: Gemeinsam wird gezielt und rational eine Situation hergestellt, die irrationale „Kick-Erlebnisse“ ermöglicht (vgl. Eckert et al 1998; Franke 1991). Es geht um die „bewusst gesuchte Selbst-Verstrickung in eine schlussendlich nicht mehr antizipierbare Dramaturgie des körperlichen Aktionismus“ (Bohnsack et al., 1995: 25). Das Ziel dieses Handelns ist eine episodische Negation der Alltagsexistenz und die Herstellung von Zusammengehörigkeit in einer episodalen Schicksalsgemeinschaft (ebd.). Dies bedeutet für den Einzelnen die Verpflichtung zur Präsenz bei den Zusammenkünften der Gruppe, zur Beteiligung am gemeinsamen (Gewalt-)Handeln, und eine emotional hoch aufgeladene Loyalität der Gruppe gegenüber. Diese (bewusst hergestellten!) Formen von Zusammengehörigkeitsgefühl entziehen sich schlussendlich jeder diskursiven Begründbarkeit.(9) Die Frau als Partnerin wird zum Gegenpol zu dieser Welt. Die Beziehungslogik der Szene verunmöglicht es für den einzelnen (männlichen) Hooligan, differenziert mit Beziehungen zu einzelnen Personen der Szene umzugehen und individualisierte Freundschaften zu schließen. Das würde den „Zusammenhalt“ zu stark gefährden und muss deshalb von der Hooligan-Welt getrennt werden. So berichtet Nicole über ihren Freund Daniel: „Er tut das so lustig unterscheiden; er hat die Hooligans, und seine privaten Kollegen(10). und von den Hooligans sind’s vielleicht wirklich nur zwei, drei, die wirklich … die er als private Freunde ansieht“. Er hat keine Möglichkeit, kritische Gedanken zur Szene, Konflikte mit Personen aus der Szene, ambivalente Gefühle seinem eigenen Verhalten gegenüber etc. innerhalb der Szene zu besprechen. Nicole erzählt: „Der Daniel kann mir dann im Nachhinein erzählen … wenn er dann mal voll zugehauen hat, dann … hat er aber nachher dann ein schlechtes … Gefühl, weil er Schiss hat, hab ich dem ernsthafte Schäden zugefügt“ Die Beziehung zur Freundin hingegen soll intim, konstant, verbindlich sein; deshalb kann Daniel seiner Freundin von seinem „schlechten Gefühl“ erzählen. Für Nicole ist es eine Ressource, der Gegenpol zur Szene für Daniel zu sein. Sie sieht sich als positiven Einfluss auf ihn, was ihr auch von ihrer Umwelt bestätigt wird. Nicoles Verhalten ihrem Partner gegenüber nimmt zum Teil fast pädagogischen Charakter an, sie beeinflusst auch seine Beteiligung an Gewaltakten – ein Angebot, das Daniel gerne annimmt: „Im Nachhinein ist er froh, dass ich ihn zurückgehalten habe“. Für Daniel entsteht nun aber eine neue Ambivalenz zwischen der Szene und seiner Partnerin. Konkret äußert sich dies zum Beispiel im Problem, auf beiden Seiten terminlichen Verpflichtungen nachzukommen: „Er ist dann manchmal so … ‘Jaja, ich komme’; aber nachher hast du den Telefonterror gehabt durch die Hooligans, wenn er nicht gekommen ist, wenn ich in dem Moment nicht gesagt habe ‘Nein sag jetzt ehrlich du kommst nicht, du hast dich mit mir verabredet’“ Da Daniel gerade in solchen Situationen seine Verantwortung als Partner offenbar nicht vollständig wahrnimmt, ist es schlussendlich immer wieder an Nicole, das Terminproblem zu verhandeln – das heißt, die Beziehung zu gestalten, und ihr Recht einzufordern: „Okay aber dann bin ich dir nicht wichtig, dann ist dir das egal, also das ist ja nicht mein Fehler, wenn du nicht organisieren kannst“. Weil Nicole sich mit Daniels Szenenzugehörigkeit auseinandersetzt und auch bei ihm einfordert, darin einbezogen zu werden, ist sie für ihn in Verhandlungen ein glaubwürdiges Gegenüber. Dadurch erhält sie ihrerseits einiges an Kontrolle darüber, wie das Paar mit Daniels Szenezugehörigkeit umgeht. Nicole versucht inhaltlich, die Freundesclique von ihrer Rolle als Hooligan-Gruppe zu trennen: „Aber primär geht’s bei ihnen rein um den Fußball“. Dadurch kann sie dann auch definieren, wen aus der Hool-Szene sie selbst als Mitglied ihres persönlichen Bekanntenkreises behandelt. Sie erweitert dadurch zum Teil ihren Freundeskreis und erhält neue Möglichkeiten, ihr eigenes Fan-Sein zu leben, muss sich jedoch stets positionieren: „Aber sonst tue ich die Leute vermehrt nicht als meine Kollegen ansehen, absolut nicht“. Durch diese Strategie entsteht eine Trennung zwischen Szene und Paarbeziehung und deshalb auch bei Nicole eine Ambivalenz ihrem eigenen Partner gegenüber. Um ihren eigenen, klaren Standpunkt deutlich zu machen, distanziert sich Nicole aktiv sowohl räumlich wie inhaltlich von der Szene: „Ich gehe dann, kommt es zum Kampf, so weit weg, dass ich gar nichts sehe“. Diese Trennung der Sphären von Mann und Frau ist oft die einzige Möglichkeit, denn häufig stößt Nicoles Weg des kommunikativen Verhandelns auf die unzugängliche Logik der Szene. Dann ist eine Diskussion nicht mehr möglich: „In dem Moment sagt er, ‘He du verstehst es eh nicht und ich muss jetzt einfach gehen’“. „Gegenpol“ ist eine Rolle, die die Männer den Frauen unausgesprochen, durch ihr Verhalten, zuweisen. Im Fall von Sandra beispielsweise erwartete ihr Freund, dass sie sich als Gegenpol verhalte, verweigerte ihr jedoch jegliche Möglichkeit, die Paarbeziehung mit zu gestalten. Eine Episode zeigt dies: „Am Sonntagmorgen früh klingelt irgendwie das Telefon ‘Ja mir ist langweilig, hab jetzt gedacht ich ruf dich an’ und ich … ‘He spinnst du, um halb neun am Sonntagmorgen’, ‘Ja weißt du ich bin schon lange wach ich bin eben im Spital.’ Ja danke, wieso? ‘Ja ich musste nähen gehen, sie haben mir einen Baseballknüppel über den Kopf gezogen’“ Sandra war von ihrem Freund nicht informiert, dass er am Abend zuvor nach dem Spiel in einen Kampf verwickelt wurde; wenn ihm danach ist, soll sie jedoch zur Verfügung stehen. Die Gegenpol-Rolle bleibt hier symbolisch, Sandras Freund sichert sich dadurch seine Definitionsmacht in der Paarbeziehung. Die Gegenpol-Rolle kann eine Frau auch der ganzen Freundesclique gegenüber einnehmen. Sabine geht von einem verbreiteten Männerstereotyp aus: „Die haben genauso einen weichen Kern wie andere Männer“. Sie durchschaut einerseits die Inszeniertheit im Verhalten der Hooligans: „Match ist Match … da sind sie halt die Hooligans, da können sie auch mal die harten Kerle sein“; andererseits wird das Verhalten der Männer dadurch normalisiert und legitimiert. Sabine knüpft mit ihrer Gestaltung der Gegenpol-Rolle daran an: „Du lernst diese Leute auch kennen und du verstehst sie und zwischendurch kommen sie dann auch mal mit ihren Problemen zu dir und ich denke, gerade weil ich eine Frau bin, reden sie mit dir auch anders“ Dadurch erhält sie Zugang zur Clique und definiert sich nun als Mitglied eines Freundeskreises: „Ich find immer, ich bin eine Kollegin von denen“. 3. Die Frau als „Störerin“ Die Kehrseite des Gegenpol-Konzeptes ist die Vorstellung, die Frauen könnten als „Störerin“ auftreten. Darin enthalten ist zum einen eine negative Bewertung des Spannungsfeldes, das zwischen einer Paarbeziehung und der Szene entsteht, „weil er meint … er könne nicht wegen … einer Beziehung Kollegen verarschen“ (Nicole). Wie sich bereits in der Schilderung von Nicoles Situation abgezeichnet hat, wird die Verantwortung für diesen Zustand den Frauen zugeschoben. In Nicoles Fall: „Da bin ich voll abgestempelt gewesen … ich sei die tyrannische Freundin, die ihm Sachen verbietet … aber kein Mensch hat jemals ihn gefragt, wie er überhaupt über das denkt.“ Dieser Vorwurf trifft Nicole, gerade weil sie sich erfolgreich um eine Vereinbarkeit von Paarbeziehung und Szene bemüht hat. In diesen Zusammenhang macht es dann Sinn, dass sowohl von Männern wie Frauen eine feste Beziehung und anschließende Familiengründung als einziger legitimer Grund für einen Ausstieg aus der Szene gesehen wird. Als „störend“ kann auch gesehen werden, wenn eine Frau ihre Fürsorglichkeit und Besorgnis – ihre Gegenpol-Funktion – auf „unpassende“ Weise ausagiert. Das findet auch Caroline: „Da hat es auch schon gegeben, dass die eine, wo der verhaftet worden ist, dann nebendran geweint hat und das kann eine Hooligan-Gruppe nicht brauchen … es kann einfach nicht zusammenpassen“ „Störend“ kann auch sein, wenn innerhalb der Szene ein Paarkonflikt auftritt, denn dies gefährdet die Loyalität der Männer untereinander. „Also ich will eigentlich auch nicht jetzt von der Gruppe Faust irgend einen Freund haben, weil ich find einfach, nachher wenn es auseinander geht, dann ist Scheiße“, sagt Caroline. Sie spricht aus Erfahrung: „Ich hab’s auch schon gesehen bei den einen, die jetzt auseinander sind … sie ist jetzt gar nicht mehr dabei; sie hat dort alle ein bisschen aufeinander aufgehetzt. Die Männer. Einfach hinter dem Rücken geredet … und das ist eben, genau ist das warum auch die Frauen nicht erwünscht sind … dann heißt es ‘Frauen kommen nicht mehr mit’ … dann geht es auch um mich nachher“ Caroline erkennt, dass auch sie in einer solchen Konfliktsituation als „Störerin“ stereotypisiert werden könnte. Ihr bleibt nur, die Normen der Szene zu vertreten und sich dementsprechend gegenüber anderen Frauen zu positionieren, was ihr einen Sonderstatus verschafft, den sie sich als Leistung selbst zuschreiben kann. Die Männer in der Hooligan-Szene unterteilen ihre Vorstellung von den Frauen in zwei Weiblichkeitskonzepte (vgl. Gutmann/Rutschmann, 2002): Die bürgerliche Frau –„mit solchen Frauen hat man es gemütlich und lustig“. Sie kommen als Partnerinnen in Frage, gehen geschickt mit der ihnen zugewiesenen Rolle als Gegenpol um, und balancieren ihre Präsenz in der Szene so aus, dass sie keine „Störerin“ sind. Dem gegenüber steht die „Szene-Frau“ – ein Konzept, das von verschiedenen Stereotypisierungsprozessen in Bezug auf Gewalt und Sexualität geprägt ist, denn wie Sabine sagt: „Sie haben uns Frauen irgendwo doch lieber einfach als Freundin statt als Frau, die mitmacht.“ 4. Sexuelle Verfügbarkeit oder authentische Zugehörigkeiten Verknüpft mit der „Störerin“ ist eine weitere stereotype Vorstellung über Frauen in der Szene: die Annahme, Frauen stünden grundsätzlich allen Männern sexuell zur Verfügung. Sabine beispielsweise bekam Zugang zur Clique der Hooligans, weil sie sich zusammen mit einer engen Freundin in der Fanszene aufhielt. Den beiden wurde zunächst unterstellt, sie seien bereit, für den Zugang zur Gruppe, eine sexuelle Beziehung ohne große Verbindlichkeit einzugehen: „Sie haben das Gefühl … du bist jetzt vielleicht einfach eine Freundin von dem, aber wer weiß wie lange, nachher könnte sie ein anderer haben.“ Erst mit der Zeit gelang es Sabine, zu vermitteln, dass ihre Beziehung zu ihrem Freund ausschließlich und verbindlich ist: „Bei mir haben sie eingesehen dass ich den Freund habe, dass ich jetzt nicht seine Freundin bin, weil ich irgendwo da dabei sein will … und so behandeln sie mich auch.“ Sabines Freundin gelang es nicht, eine solche Paarbeziehung aufzubauen: „Sie ist eben eine von diesen Frauen gewesen, die halt mehr die Freundin von jedem am Schluss gewesen ist … sie ist halt einfach nur noch auf deutsch gesagt die Schlampe gewesen.“ Sabine hatte daraufhin „mit ihrem Ruf zu kämpfen“, denn sie wurde mit der Freundin „in einen Topf geworfen“, also stereotypisiert. Sabines Formulierung macht aber auch deutlich, dass Sabine selbst ihrer Freundin die Verantwortung dafür gibt, zur „Schlampe“ geworden zu sein; sie nimmt die Stereotypisierung als ein allgemein geltendes Vorgehen wahr, das die Freundin hätte vermeiden sollen. Die Frauenfreundschaft zerbricht an der Definitionsmacht der Clique, ohne dass dies allerdings diskutierbar wird: „Ich bin dann mit dem Freund zusammengekommen und dann haben wir plötzlich Krach gehabt, ich weiß bis heute nicht warum … sie hat nie mit mir geredet“.(11) Wie denn eine als verbindlich geltende und von den anderen Gruppenmitgliedern akzeptierte Beziehung hergestellt werden kann, wird von Sabine nicht erklärt (und von keiner anderen Interviewpartnerin); dies bleibt genauso unzugänglich wie die Beziehungslogik der Gruppe allgemein. Bei aller Verantwortung, die Sabine ihrer Freundin zuschiebt, muss sie doch selbst auch sagen: „ich habe jetzt das Glück gehabt, ich habe meinen Freund gehabt“. Diese Unberechenbarkeit, das Angewiesen-Sein der Paarbeziehungen auf irrationales „Verknallt-Sein“ und die Beschränktheit der Möglichkeiten zu deren kommunikativer Gestaltung lässt an eine Parallele zur episodisch bestehenden „Schicksalsgemeinschaft“ der Hooligans denken (vgl. Bohnsack et al. 1995: 89ff.). Sandra, die oft ausdrückt, dass sie sich von ihrem Freund ausgeschlossen und auch sexistisch behandelt fühlte, nennt als Begründung, warum sie immer noch an ihm festhält (nachdem es kurz vor dem Interview zum dritten Mal zur Trennung kam): „Am Anfang hab ich gesagt entweder so oder ich … aber ich war eben hoffnungslos verliebt … er ist …. irgendwie meine große Liebe halt, ich weiß nicht warum und wieso.“ Alle Frauen sind mit einem zentralen Thema der – informell organisierten! – Hooligan-Szene konfrontiert: Die Notwendigkeit, die Authentizität von Zugehörigkeiten zu beweisen. Dabei müssen die Frauen vor allem vermeiden, dass sie den Anschein erwecken, sie gingen nur eine Beziehung ein, um zur Gruppe zu gehören. Dass auch dies oft erst einmal unterstellt wird, zeigt neben der oben zitierten Aussage von Sandra auch die Geschichte von Nicole: „Eine andere Frau, die hat nichts krampfhaft mehr versucht als zu den Hooligans zu gehören. Sie wollte unbedingt einen Freund von denen. ‘Du hast damals gleich dazugehört zu den Hooligans’, so hat sie es mir damals gesagt“ Nicole unterstellt der anderen Frau nicht nur, dass ihr Interesse an der Szene gar nicht echt ist – „Das ist jetzt eine, die das garantiert nicht gut findet, sage ich“ – sondern gleichzeitig auch, dass eine Beziehung dieser Frau mit einem Mann aus der Clique „nichts Ernstes“ wäre. Eine Frau kann also nicht als authentisches Mitglied, d. h. völlig selbständig und unter voller Beteiligung an allen Aktivitäten, zur Gruppe gehören – also kann auch eine Paarbeziehung, die mit einem Zugehörigkeitswunsch verknüpft ist, nicht authentisch sein. Deshalb muss Nicole sich selbst als „nicht zur Szene gehörig“ positionieren, um damit die Authentizität ihrer Paarbeziehung klar zu stellen: „Mein Freund gehört zu den Hooligans, ich bin seine Freundin, und das ist genau alles.“ 5. Weiblichkeitskonzepte und Gewalt Die Ausübung physischer Gewalt der Hooligans ist stark ritualisiert: Ort und Zeit für das Aufeinandertreffen zweier Gruppen sind durch den Rahmen des Fußballspiels im Voraus gegeben oder werden verabredet. Vor der „Begegnung“ wird der Gegner verbal und symbolisch durch verschiedene Aktionen herausgefordert (Wortgefechte, Angriffe auf Flaggen und Transparente, Einsatz von Feuerwerkskörpern etc.). An diesen „Vorbereitungshandlungen“ können auch Fans aus anderen Szenen und BegleiterInnen der Hooligans beteiligt sein. Neben diesem ritualisierten Ablauf gilt eine Reihe von miteinander verknüpfter Normvorstellungen, eine Art „Ehrenkodex“: keine Waffen; kein Angriff auf Außenstehende (Nicht-Hooligans); nicht in der Überzahl eine Einzelperson angreifen; nicht weiter drauftreten, wenn der Gegner am Boden liegt. Dies beschreibt insgesamt eine Vorstellung des „fairen Fights“ Mann gegen Mann mit bloßen Fäusten, der als ein angestrebtes Ideal für die von den Hools gesuchten Erlebnisse gilt. Der „Ehrenkodex“ dient als Legitimierung gegenüber der Gesellschaft („Wir gehen nur auf Gleichgesinnte los“) und zur Abgrenzung gegenüber anderen Szenen und ist wohl auch funktional für die Szene, insofern er verhindert, dass ohne Grenzen gekämpft wird und dadurch allzu großer Schaden entsteht. Er wird jedoch immer wieder infrage gestellt und muss stets neu ausgehandelt werden. Darin enthalten sind auch Normen in Bezug auf Frauen. Der entsprechende Grundsatz lautet ungefähr „Ein richtiger Mann schlägt keine Frau“. Dahinter steckt die Vorstellung, dass Frauen Männern grundsätzlich physisch unterlegen sind; daraus abgeleitet dann aber auch, Frauen seien zur Ausübung physischer Gewalt gar nicht fähig. Die Freundinnen der Hooligans teilen diese Vorstellungen in weiten Teilen. Gewalttätigkeit ist in ihrem Selbstbild nicht vorgesehen. Einerseits ist damit eine als gegeben angenommene körperliche Unterlegenheit Männern gegenüber gemeint: „Du bist körperlich selbst wenn der Mann leichter oder auch kleiner wäre als du … bist du als Frau trotzdem unterlegen“ (Nicole), „Bist halt immerhin eine Frau oder … irgendwo bist ja doch noch das schwache Geschlecht“ (Sabine) Sie halten sich selbst jedoch auch psychisch für nicht imstande, die für eine bewusste und gezielte Gewaltausübung nötige Aggression aufzubringen: „Die Männer können die Aggressionen aufbauen und ich kann das eben gar nicht“, sagt Sabine und Nicole: „Wenn du das nicht hast, wie kannst du dich überhaupt in so etwas hineinsteigern.“ Gewalt hat allenfalls einen mit starken Gefühlen verbundenen Beziehungs- und Kommunikationsaspekt, wie zum Beispiel, wenn sie aus Eifersucht entsteht: „Also ich konnte diese Aggression einmal entwickeln, als ich auf eine los wollte, die behauptet hat sie sei meinem Freund seine Freundin“ (Sabine). Darüber hinaus nehmen die Frauen die Norm wahr, dass die Weiblichkeit einer Frau an sich durch die Ausübung physischer Gewalt infrage gestellt wird. Diese Einstellung vertritt sogar die Kampfsportlerin Caroline (zumindest der Interviewerin gegenüber!): „Von dem her find ich das auch nicht gerade so genial, wenn da die Frau zuvorderst vorne ‘Los jetzt gehen wir dreinschlagen’ und so – irgendwie bist du ja auch noch ein bisschen Frau und nicht nur so die Kampfmaschine“ Dieser Vorstellungskomplex kann als Ritterlichkeitsnorm bezeichnet werden. Szenenintern hat diese zwei Aspekte: Zum einen, dass Frauen von gegnerischen Hooligans nicht angegriffen werden dürfen. Zum zweiten, dass sie beschützt werden sollen vor der Gewalt gegnerischer Männer. Das muss zunächst als paradox erscheinen – denn wenn es eine unumstößliche Handlungsanweisung wäre, dass Frauen nicht angegriffen werden dürfen, wäre dieser zweite Aspekt der Norm gar nicht nötig – und so macht er nur dann Sinn, wenn man im Auge behält, dass die Leitsätze der Szene stets prekär sind und nur dann Gültigkeit haben, wenn sie in der Interaktion immer wieder neu rekonstruiert werden. Dieser Vorgang erscheint den Beteiligten als selbstverständlich. Nicole würde sich gern an verbalen Auseinandersetzungen mit gegnerischen Fans beteiligen, aber: „Verbal würd’ ich mich nicht trauen, weil ich würde keinem von denen trauen, dass er mir nichts machen würde“. Der Beschützeraspekt der Ritterlichkeitsnorm, so Nicoles Überlegung, kann allerdings wiederum ihren Handlungsspielraum in der Szene erweitern: „Okay also inzwischen könnt ich glaub ich auch was sagen, weil wenn jemand weiß, dass ich dem Daniel seine Freundin bin … würde er mir auch nichts machen“ Hier lässt sich wiederum der Bezug zur Authentizität der Szenenzugehörigkeit herstellen: Eine vollkommen selbständige Beteiligung an den Szeneaktivitäten und damit vollständiges „Dazugehören“ muss unter diesen Bedingungen wirklich als unmöglich erscheinen. Die Ritterlichkeitsnorm gilt auch dann, wenn die Hooligans als Freundesclique in anderen Zusammenhängen zusammen unterwegs sind. Dann besagt sie allerdings vor allem, dass Frauen vor „fremden“, d. h. außenstehenden Männern, zu beschützen sind, und zwar insbesondere vor sexueller Belästigung. Dieser Schutz hat zunächst durch den eigenen Partner, erst in zweiter Linie durch die Männer der Clique zu erfolgen. „Mein Freund hat halt eine Zeit lang oft am Wochenende auch gearbeitet und so, dann bin ich einfach mit seinen Kollegen unterwegs gewesen … sie sind dann quasi deine Beschützer, wenn jetzt halt der Freund nicht dabei ist. Weil sonst ist es ja eigentlich schon … normal, dass sich dann der Freund auch einsetzt“ Ein Schutz, den sie auch braucht, denn sie macht die Erfahrung, dass Männer sie nicht ernst nehmen, wenn sie mit physischer (Gegen-)Gewalt zu kommunizieren versucht (was sich logisch ergibt, wenn der betreffende Mann annehmen darf, dass die Frau ihm gegenüber ja sowieso unfähig und unterlegen ist): „Da kommt einer, macht mich blöd an … und er ist dann eigentlich auch körperlich aufdringlich geworden, ich hab ihn weggeschubst … und ich hab gleich gesehen wie der andere Kollege auch in diese Disco rein will und da bin ich zu dem hin; und er so ‘Ja welcher ist es und so’ und dann ist der, der mich belästigt hat, dann abgedampft“ Man stelle sich einen Mann vor, der einen anderen schubst, und die entsprechende Reaktion – bei Sabines Kollegen genügt es aber, Präsenz zu markieren, damit der Belästiger die Flucht ergreift. 6. Frauen, die bei Kämpfen mitmachen Die Annahme von der Unterlegenheit der Frauen ist nur dann sinnvoll, wenn sich alle Beteiligten im Rahmen der gleichen normativen Vorstellungen bewegen. Ginge es nur um die physische Machbarkeit des Siegs über die gegnerischen Hooligans, wäre es ja denkbar, dass sich mehrere Hooligan-Frauen zusammentun und/oder dass die Frauen Waffen benutzen, um ihre scheinbare körperliche Unterlegenheit zu kompensieren. Das würde aber wiederum dem Ideal des „fairen Fights“ widersprechen. Caroline, die sich als vollwertiges Gruppenmitglied bezeichnet, geht darum eine komplizierte Gratwanderung ein. Zunächst stellt sie fest, dass Hooligan-Kämpfe, wenn schon, dann nach Geschlechtern getrennt stattfinden sollten: „Wenn’s halt mal irgendwie eine Frau von den anderen Hooligans dabei hätte, die irgendwie Stress macht, dass ich dann auch … weil Hooligans schlagen auch keine Frauen … dass ich dann halt auch mal zuschlage“ Schon aus Carolines Formulierung wird aber deutlich: In der Realität finden Kämpfe zwischen weiblichen Hooligans seltener statt als zwischen den Männern, und wenn, dann folgen sie nicht genau der ritualisierten Form: „Ich weiß jetzt in Y.-Stadt gibt es Frauen, die auch mal zuschlagen können, hat es aber glaub ich auch noch nie groß gegeben … das kommt oder ‘s kommt nicht“. Kein Wunder, weiß ja auch Caroline: „Die wollen auch nicht groß Frauen dabeihaben, die schlägern gehen.“ Caroline nennt in Bezug auf sich selbst die gleichen Motive für Gewaltanwendung, wie ihre männlichen Hooligan-Kollegen: „Wenn deine Mannschaft verliert, dann hast du … das kannst du gar nicht richtig beschreiben. Es ist so eine Wut, die in dir hochkommt.“ Diese Wut kann auch gezielt gesucht sein: „Da kannst du deine Aggressionen wirklich ablassen …. weil mir macht’s selber auch Spaß, mal einer eins herunterzuschlagen“ Ein erster Hinweis auf Carolines Balanceakt ist jedoch auch, dass sie gleichzeitig – und etwas widersprüchlich – darstellt, dass ihre Aggression nicht instrumentalisierbar ist: „Es kommt immer aus Wut, dass ich mal schlägere“. Ebenfalls fällt auf, dass Caroline für sich in Anspruch nimmt, Konflikte im Allgemeinen zuerst kommunikativ zu lösen: „Ich schlage sicher nicht gerade schnell zu, immer zuerst reden und so“. Das bezeichnet sie selbst als eine Fähigkeit der Frauen, die sie wiederum strategisch einsetzen kann. In einer Episode berichtet sie darüber, wie sie (außerhalb des Szenekontextes) von einem Mann belästigt wurde und sich mit Tritten dagegen zur Wehr setzte. Der Mann schlägt Caroline, die den Kampf abbricht und sich entfernt. Sie hat nun einen Kampf verloren und erst noch die Ritterlichkeitsnorm, nach der sie sich hätte beschützen lassen müssen statt selber zu kämpfen, missachtet. Gerade mithilfe eines Weiblichkeitsstereotyps kann sie diesen Gewalteinsatz vor sich, der Szene und der Interviewerin zu rechtfertigen – und gleichzeitig ihre Leistung als Kämpferin betonen: „… kannst du noch stolz sein, dass du noch stehst, … ich denk … wenn ein Mann eine Frau schlägt, dann hat er irgendwie ein bisschen ein Problem …; weil Frauen können ja relativ gut mit dem Mund reden oder einen fertig machen; und wenn er nachher nicht mehr weiter weiß, schlägt er halt zu.“ Caroline hat in der Szene erfolgreich kommuniziert, dass sie bereit und fähig ist, selber Gewalt anzuwenden und auch „einzustecken“: „Ich bin dann einfach schon ein bisschen im Getümmel drin und ich kann mich einfach relativ entsprechend dann wehren, wenn’s sein muss“. Das verschafft ihr einen – von den Männern zugewiesenen – Sonderauftrag: „Sie sind dann schon mich fragen gekommen ob ich mitkommen möchte, ein bisschen zum Fotografieren … ich bin eigentlich zuständig eher ein bisschen um zu filmen, Fotos zu machen.“ Diese Tätigkeit ist für die Gruppe sehr wichtig, denn das gemeinsame Betrachten von Fotos und Videoaufnahmen der Gruppe in Aktion schafft weitere gemeinsame Erlebnisse und bestärkt den Zusammenhalt. Nun hat ja Caroline den Zugang zur Gruppe bewusst nicht durch einen Partner gesucht und gefunden. Das heißt, jetzt muss sie vor sich und der Szene überzeugend darstellen, dass sie ein vollständiges und authentisches Mitglied der Gruppe ist, aber gleichzeitig auch „ganz Frau“ und nicht eine sexuell verfügbare „Matratze“. Was sofort widersprüchlich ist, denn ihr Verhalten als Gruppenmitglied widerspricht ja den Weiblichkeitskonzepten in der Szene. Es gelingt ihr, mit diesen Widersprüchen umzugehen, indem sie die Ritterlichkeitsnorm sogar so in Anspruch nimmt, dass es zu ihrem Vorteil wird und sie auch gleich noch gegen das Stereotyp der sexuellen Verfügbarkeit geschützt ist: „Es hat nie so etwas gegeben, dass jetzt einer … dich angemacht hat und berührt; wenn’s dir mal so vorgekommen ist bist du einfach zu einem hin, eben zum Anführer zum Beispiel und gesagt ‘He, hör zu, der regt mich auf’ und nachher hast du ein Problem weniger.“ Der Gefahr, dass ihr die Authentizität als Gruppenmitglied abgesprochen wird, tritt sie entgegen, indem sie für andere Frauen strenge Maßstäbe anlegt. Frauen innerhalb ihrer eigenen Gruppe gegenüber teilt sie die klaren Ansichten der Männer über die Präsenz von Frauen in der Szene. Das ist auch funktional für sie; denn wenn mehr Frauen aktiv dabei wären, könnten sie bei Gelegenheit kollektiv unter das Stereotyp der „Störerin“ fallen und ihre Gegenwart von den Männern unterbunden werden, und das könnte dann auch Caroline treffen. Der andere Weg ist, dass Caroline eine enge Freundschaft mit Sabine angefangen hat, eine Beziehung, die intimer ist als die zu den Cliquenmitgliedern: „Die vertrautesten Sachen tu ich mit einer Freundin vom einen Hooligan besprechen“. Damit ist eine Frauensphäre definiert, die bewusst von der Szene unterschieden wird. Mit dieser und weiteren Freundinnen, teils aus der Szene, teils ehemalige Schulfreundinnen, „gibt’s dann auch dass wir einfach mal einen Frauenabend machen und so, und nichts von den Hooligans wissen wollen“ Eine „Frauengruppe“ als Teil der Hooligan-Szene wäre zu stark gefährdet, einen von der Szene definierten, eingeschränkten Sonderstatus zu erhalten. So kann sich Caroline ihr Selbstvertrauen daran aufbauen, „als Einzige“ etwas erreicht zu haben; deshalb steht ihre Aussage, „voll dazu“ zu gehören, neben der klaren Beschreibung eines Sonderstatus. Carolines Zugehörigkeit zur Hooligan-Szene bleibt widersprüchlich und ein wackeliger Balanceakt. Die Sozialisation im Umgang mit Gewalt wird in der Hooligan-Szene explizit von den Männern für die Frauen gesteuert. So berichtet Sandra, die eigentlich von ihrer Disposition und ihren Einstellungen her einem aktiven Mittun bei den Kämpfen der Hooligans nicht abgeneigt gewesen wäre: „Der Kollege … hat gesagt ‘Schau jetzt; so musst du, und so musst du, probier mal aus’ und seither weiß ich, wie ich schlagen muss oder wie ich eben nicht schlagen darf damit etwas passiert oder eben nicht“ Obwohl Sandra von ihrem Bekannten so in den gesteuerten Einsatz physischer Gewalt eingeweiht wurde, wird ihr von ihrem Partner ausdrücklich untersagt, dieses Wissen einzusetzen: „‘So etwas machst du nicht’, die Einstellung war von ihm … Frau macht das, Mann macht das und du hast da nichts zu suchen.“ Sandra versuchte explizit auf der „Gleichberechtigung“ zu bestehen, scheitert jedoch an dem von ihrem Freund und den Männern der Szene ausgeübten Informationsboykott. Dazu kommt, dass ihr Versuch, die Grenzen des in der Szene geltenden Weiblichkeitskonzeptes auszudehnen, große Ambivalenzen sich selbst gegenüber erzeugt. Diese widerspiegeln sich in ihrer Erklärung dafür, wie es erneut zur Trennung von ihrem Freund kam: „Er hat … das Vorzeigeobjekt gebraucht weißt du …. und dann ist es natürlich nicht so schick wenn du schlägst … ist nicht so weiblich oder wenn du da irgendeinem eins mit der Faust in die Fresse knallst also, sieht nicht so elegant aus vor allem“ Sandra betont durch ihren ironischen Tonfall ihre Kritik an dieser Einstellung, sie distanziert sich jedoch immer noch nicht vom Ex-Freund, sondern hält fest, dass nicht seine Anforderungen zur Trennung führten, sondern „ganz klar, dass er eine andere kennen gelernt hat“. Sandra kann die Erwartungen ihres Freundes an ihre Weiblichkeit nicht durch ihre Gestaltung der Gegenpol-Rolle in der Paarbeziehung bearbeiten, so wie das Nicole gelingt. In der Folge hält sie selbst noch bei den größten Widersprüchen zu ihrem Partner, um ihr eigenes Selbstkonzept als Frau wieder ins Lot zu bringen. Die von Sandra erlebten Widersprüche sind zu stark, als dass sie erfolgreiche Gewaltanwendung bei sich selbst positiv bewerten könnte. Berichtet sie über eine Episode, wo sie einen männlichen Belästiger erfolgreich abwehrt, so wird dies als glücklicher Zufall dargestellt: „Der hätte mich wahrscheinlich vergewaltigt, wenn ich mich nicht hätte wehren können. Aber … ich wusste ganz genau wo ich hinschlagen muss … und das hab ich damals gemacht. Und ich muss wirklich Glück gehabt haben, weil ich hab … glaub ich wirklich voll richtig getroffen … aber … es ist mehr so ein Reflex gewesen“. Dies gilt auch für Gewalt, die sie ganz im Rahmen der Szene anwendet. Sandra erlebt und beschreibt ihre eigene Gewalt mehrfach als exzessiv: „weißt du, wie mir das Leid tut“, „ich hätte sicher nie so fest geschlagen“. Sandra hat eigentlich gelernt, gezielt und dosiert zuzuschlagen, aber auch, dass das bei ihr als Frau abgelehnt wird, und so ist sie sich selbst nicht ganz geheuer. Erst durch die Ritualisierung und den normativen Überbau in der Szene wird die Anwendung physischer Gewalt zum Männermonopol. Die Normen über Gewalt sind mit denjenigen über die Schönheit und das korrekte Verhalten für Frauen als Partnerinnen gekoppelt. Dies führt natürlich dazu, dass die Beteiligung von Frauen an den für die Hooligan-Szene zentralsten Inhalten, nämlich die gewalttätige körperliche Auseinandersetzung mit gegnerischen Gruppen, stark eingeschränkt ist. Zudem wird durch die Gewaltnormen der Hooligan-Szene den Frauen konkret verweigert, den Umgang mit der eigenen Fähigkeit zur körperlichen Gewalt zu erlernen und dies in ihren Selbstkonzepten zu verarbeiten. 7. Positionierung, Strategien und Freiräume der Frauen Aus dem bisher Gesagten ergibt sich für die Frauen, die einen Partner in der Szene haben, die Notwendigkeit, sich als „nicht zugehörig“ zur Hooligan-Szene zu definieren. Damit beweisen sie ihre Authentizität als Partnerin, als Frau, die ein guter Gegenpol ist, statt ein unechtes Gruppenmitglied und die sich nicht sexuell zur Verfügung stellt, nur um auf unauthentische Weise ein „Anhängsel“ der Gruppe zu werden, das womöglich dann auch noch „stört“. Auch sich selbst gegenüber wird dies nötig. Denn das Zusammensein mit einem Partner, der sich klar jenseits der Grenzen des Gesetzes bewegt und die gesellschaftlich gültigen Vorstellungen in Bezug auf die Anwendung physischer Gewalt überschreitet, führt bei den Frauen auch zu Ambivalenzen im Selbstbild. Eine Strategie, damit umzugehen, ist es, in der Gesellschaft schon vorhandene Männer- und Frauenstereotypen einzusetzen. Weiter gehört dazu auch die teilweise Übernahme von szeneinternen Normen, gerade auch in Bezug auf die Legitimierung der Gewalttätigkeiten. Das Ganze bleibt im Rahmen, den die Männer mit dem „Ehrenkodex“ abstecken: „Ein kleiner Punkt, wo ich finde ja, sie hauen sich gegenseitig“ (Nicole). Gleichzeitig können diese Szenenormen von den Frauen auch aus einer sicheren Distanz hinterfragt oder kritisiert werden. Eine weitere Strategie besteht darin, vor sich selbst, aber dann auch dem Partner, der Szene und auch Dritten gegenüber zwischen Partner, Clique und Szene zu unterscheiden und die Beziehungen zu Personen aus der Szene sowie die räumlich-zeitliche Präsenz in der Szene entsprechend differenziert zu gestalten – was wiederum bedeutet, dass diese nicht deckungsgleich sein kann mit derjenigen der Männer. Kombiniert mit der Selbsteinschätzung als „schwaches Geschlecht“ und der eigenen Unfähigkeit bzw. fehlenden Disposition zur Gewalt sowie einem strategischen Umgang mit der Ritterlichkeitsnorm, bewirkt dies für die Frauen auch eine Befreiung vom Druck zur Präsenz, Loyalität und Teilnahme am Gewalthandeln, unter dem die Männer in der Szene stehen. Für einige der Frauen entstehen als positiver Effekt Freiräume, innerhalb derer sie ihre Szenenbeteiligung aktiv gestalten. So können sie ihre Motive für die Szenenzugehörigkeit – „es gibt eben schon irgend so einen Kitzel den du mit der Zeit hast, wenn du dabei bist“ (Sabine) – gut umsetzen, indem sie sich an allen Aktivitäten der Szene beteiligen, die nicht direkt mit Kämpfen zu tun haben. Sabine beteiligt sich am gegenseitigen verbalen „Aufheizen“ und schießt auch gelegentlich Fotos für die Hooligan-Gruppe. Ihre Beziehung zu den Hooligans hat sich so weit verselbständigt, dass manchmal sie es ist, die ihren Freund auffordert, mit der Gruppe mitzugehen. Caroline beschreibt den taktischen Vorteil, sich als Frau in der Grauzone der Szene zu bewegen: „Die Frauen … kennen sie meistens nicht und dann kannst du auf die andere Seite hinüberlaufen und es merkt kein Schwein, dass du … für die andere Mannschaft bist.“ Auch Nicole ist Fan genug, um diejenigen Aktivitäten der Hooligans, die sie persönlich nicht negativ bewertet, mitzumachen und schmuggelt auch schon mal in ihrer Kleidung Feuerwerkskörper ins Stadion für die Männer. Diese Formen der Beteiligung müssen aber stets den Charakter des Individuellen und Situativen haben, so wie auch die Freundschaften der Frauen stets als Teil der Clique, aber nicht Bestandteil der Szene gelten. 8. Konsequenzen und Ausblick für Forschung und Sozialpädagogik Aus diesen Einblicken in die Bewegungen der jungen Frauen in der Hooligan-Szene lässt sich vor allem eines ableiten: Der Umgang der jungen Frauen mit der Szene passt nicht in das Schema von Zugehörigkeit, das die Männer für ihre Gruppe definieren. Sie nehmen diejenigen Normen und Leitsätze wahr, die für sie von Bedeutung sind, und bearbeiten sie strategisch. Daraus entstehen für sie sinnvolle Aktivitäten im Rahmen der Fußballfan-Szene, und aus ihrer Sicht sinnvolle Formen des Zusammenseins. Das heißt zuallererst, sowohl in der Erforschung subkultureller Szenen wie auch in der Sozialpädagogik, Konzepte wie „Gruppenmitglied“, „Dazugehören“, „in der Gruppe geltende Normen“ nicht einfach von den männlichen Akteuren zu übernehmen, sondern die Begriffe der Frauen ebenfalls kennen zu lernen und anzuwenden. Für die Fanarbeit könnte dies die Möglichkeit eröffnen, ihr Angebot für die im Stadion präsenten Frauen zu öffnen, ohne dabei in die Zwickmühle zu geraten. Wird Fanarbeit vor allem als Gewaltprävention gesehen (bzw. legitimiert), so bedeutet dies nicht, dass logischerweise nur junge Männer zur Zielgruppe werden – die Rolle der Frauen, die mit ihnen ins Stadion kommen, ist eben komplexer und bedeutungsvoller als „nur“ gewaltloses Anhängsel. Es ist aber ebenso wenig nötig zu versuchen, Mädchenarbeit im Setting Fußballstadion mit rein feministischen Argumenten und/oder als völlig von den gewalttätigen oder illegalen Aktivitäten mancher Fans getrennt rechtfertigen zu wollen. Für die Fanarbeit gilt es, Ansätze zu finden, die zu den Lebensformen der Frauen und Mädchen passen. Das heißt, weder aus den Selbstdefinitionen als Nicht-Zugehörige zu bestimmten Gruppen gleich auf ein Nicht-Interesse oder nicht existierendes Bedürfnis nach Fanarbeit zu schließen, noch heißt es, die „Freundinnen“ unreflektiert als willkommenen „positiven Einfluss“ auf „ihre“ Männer einzubeziehen. Können die Freiräume, die sich die jungen Frauen selbst schaffen, zu Orten von sozialpädagogischer Dienstleistung – oder auch von partizipativ gestalteten Faninitiativen werden? Die Überlegung ist natürlich genauso übertragbar auf die Arbeit mit subkulturellen Jugendgruppen in anderen Settings. Wie überall in der reflektiert geschlechtsspezifischen Arbeit gilt es vor allem auch, greifbare Auskünfte über die Bedürfnisse der Frauen von ihnen selbst zu erfragen. Hier könnte auch weitere Forschung weiterhelfen. Die in der Untersuchung beschriebenen Phänomene beziehen sich explizit auf eine Szene von Hooligans. Ob sie auch übertragbar sind auf Gruppen wie die Ultras, wird von der Autorin vermutet. Beantworten können diese Frage jedoch nur weitere wissenschaftliche Untersuchungen – und die Erfahrungen der KennerInnen der Fußballwelt, die hiermit aufgefordert sind, ihre eigenen Erlebnisse mit den beschriebenen Phänomenen zu vergleichen und so ihre Sicht der Fanszene und des Fußballs vielleicht auch kritisch zu hinterfragen. Für die pädagogische Arbeit mit Mädchen, wo Selbstverteidigungskurse mittlerweile zum „must“ gehören, dürften die hier dargestellten Erfahrungen der jungen Frauen mit eigener Gewaltanwendung einen Anstoß geben. Es gibt nicht nur das Selbstbild der Schwäche und Unfähigkeit zur Aggression – sondern auch die komplizierte Erfahrung, dass Frauen fähig wären, sich gegen Gewalt zu wehren, es aber nicht ganz einfach ist, die eigene Gewalt zu steuern und mit sich selbst als Gewalt Ausübende umzugehen. 1 Es gibt durchaus Studien zur Situation von Mädchen in jugendlichen Subkulturen – jene, die diesen spezifischen Blickwinkel bewusst einnehmen (Fromm/Savier 1984; Kearney, 1988; Engler/Friebertshäuser, 1988; Niebergall, 1995). In allgemein gehaltenen Beschreibungen jugendlicher Subkulturen, Szenen oder Peer Groups werden aus den vermeintlich pauschal gültigen Aussagen schnell wieder solche über Jungen und Männer. Beispiele: Baacke (1993: 234ff.) oder Farin (2001: 144). 2 Dieser Artikel beruht auf der unveröffentlichten Lizentiatsarbeit „Frauen in der Hooligan-Szene. Zur Konstruktion von Geschlecht in subkulturellen Praxen“, eingereicht an der Universität Fribourg im Oktober 2000 bei Prof. A. Godenzi. Die Forschung dazu fand im Rahmen des Projekts „Rassismus und Gewalt“ des Instituts für Sozial- und Präventivmedizin der Uni Zürich statt (Leitung: Hans Wydler). 3 Alle Namen sind Codenamen, die Hooligan-Gruppe wird „Gruppe Faust“ genannt. 4 Aussagen über die Frauen gelten für den Zeitpunkt der Untersuchung, sie haben sich z. T. seither verändert. 5 Episodische Interviews nach Flick (1996), ausgewertet mit theoretischem Kodieren nach Strauss/Corbin (1990). 6 In Anlehnung an Brake (1985), Baacke (1993) und Hitzler et al. (2001) gelten hier folgende Begriffsdefinitionen: „Szene“ ist der (konkrete, lokale) Ort/Raum, in dem subkulturelle Tätigkeiten stattfinden, gleichzeitig die Gruppe der daran beteiligten Personen und ihre subkulturell bedeutsamen, gemeinsamen Handlungen. „Subkultur“ ist ein Gefüge von Symbolen, Handlungen, Werten und Normen sowie die Gesamtheit aller Personen, die diese teilen; „Clique“ bezeichnet im umgangssprachlichen Sinn einen Kreis von Freunden und Bekannten. Jugendliche Subkulturen sind durch ihr interaktiven Charakter immer unscharf umrissen und historisch veränderbar. 7 Alle Interviews wurden im Schweizer Dialekt geführt und in die Schriftsprache transkribiert, wobei umgangssprachliche Redewendungen sowie eine an die gesprochene Sprache angelehnte Interpunktion beibehalten wurden. 8 Es gibt Hinweise, dass das gerade in der Schweiz sehr populäre Eishockey als eine Art Alternative für ein „Fan-Sein“ für die Frauen besteht, neben dem von den Männern als ihr Territorium deklarierten Fussball: „Eishockey ist jetzt eher etwas, das Frauen interessieren darf“, sagt Sabine, vgl. auch den Bericht in KOS 1997, 111ff. 9 Parallel zu weiteren vermeintlich sicheren sozialen Identitäten wie (Lokal-)Patriotismus – oder Männlichkeit. 10 In der Schweiz meint „Kollegen“ alle Bekannten und weniger engen Freunde. 11 Auch Fromm/Savier (1984: 31) und Bilden (1991: 288) beschreiben, wie Mädchengruppen der Teenies sich aufzulösen beginnen, sobald mit der Pubertät die gemischtgeschlechtlichen Peer Groups zum „Beziehungsmarkt“ werden. Literatur Baacke, Dieter: Jugend und Jugendkulturen. Darstellung und Deutung. 2. Aufl. Weinheim: Juventa 1993. Bilden, Helga: Geschlechtsspezifische Sozialisation. In: Hurrelmann, Klaus und Ulich, Dieter (Hg.): Neues Handbuch der Sozialisationsforschung. Weinheim: Beltz 1991, 279–301. Bilden, Helga; Diezinger, Angelika: Historische Konstitution und besondere Gestalt weiblicher Jugend – Mädchen im Blick der Jugendforschung. In: Krüger, Heinz-Hermann (Hg.): Handbuch der Jugendforschung. 2. Aufl. Opladen: Leske + Budrich 1993, 201–222. Bohnsack, Ralf; Loos, Peter; Schäfer, Burkhard; Städtler, Klaus; Wild, Bodo: Die Suche nach Gemeinsamkeit und die Gewalt der Gruppe. Hooligans, Musikgruppen und andere Jugendcliquen. Opladen: Leske + Budrich 1995. Brake, Michael: Comparative Youth Culture. The sociology of youth culture and youth subcultures in America, Britain and Canada.. London: Routledge 1985. Connell, Robert W.: Der gemachte Mann. Konstruktion und Krise von Männlichkeiten. Opladen: Leske + Budrich 1999. Eckert, Roland; Reis, Christa; Steinmetz, Linda; Wetzstein, Thomas A.: Hooligans – Gewalt als Erlebnistechnik. Diskurs 2/1998, 72–79. Engler, Steffani; Frieberthäuser, Barbara: Die vergessene Hälfte. Mädchen in einer gemischtgeschlechtlichen Jugendsubkultur. Deutsche Jugend, Jg. 36 (Heft. 5) 1988, 205–215. Farin, Klaus: generation kick.de. Jugendsubkulturen heute. München: C.H. Beck Verlag 2001. Flick, Uwe: Psychologie des technisierten Alltags. Opladen: Westdeutscher Verlag 1996. Franke, Elk: Fußballfans: Eine Herausforderung an das sozialwissenschaftliche Arbeiten. In: Garz, Detlef; Kraimer, Klaus (Hg.): Qualitativ-empirische Sozialforschung. Konzepte, Methoden, Analysen. Opladen: Westdeutscher Verlag 1991, 177–212. Fromm, Claudia; Savier, Monika: Widerstandsformen von Mädchen in Subkulturen. In: Fromm, Claudia; Savier, Monika; Kreyssig, Ulrike; Kurth, Anne; Eichelkraut, Rita; Simon, Andrea: Alltagsbewältigung: Rückzug – Widerstand? Reihe Alltag und Biographie von Mädchen, Bd. 7. Opladen: Leske + Budrich 1984, 11–48. Gutmann, Renate; Rutschmann, Miriam: Das Frauenbild der Hooligans. Unveröffentlichte Lizentiatsarbeit, Pädagogisches Institut der Universität Zürich 2001. Hagemann-White, Carol: Sozialisation: Weiblich-männlich? Opladen: Leske + Budrich 1984. Hitzler, Ronald: Bucher, Thomas; Niederbacher, Arne: Leben in Szenen. Formen jugendlicher Vergesellschaftung heute. Reihe: Erlebniswelten, Bd. 3. Opladen: Leske + Budrich 2001. Hofmann, Birgit: Mädchenarbeit im Fan-Projekt Berlin. Wenn ein Mädchen „ooch mal mit uff die Preussen ruff will“. In: Engel, Monika; Menke, Barbara (Hg.): Weibliche Lebenswelten – gewaltlos? Analysen und Praxisbeiträge für die Mädchen- und Frauenarbeit im Bereich Rechtsextremismus, Rassismus, Gewalt. Münster: Agenda 1995, 129–132. Kearney, Marie Celeste: „Don’t need you“: Rethinking Identity Politics and Separation from a Grrrl Perspective. In: Epstein, Jonathon (Ed.): Youth Culture: Identity in a Postmodern World. Oxford/Malden, Mass.: Blackwell 1988, 148–188. KOS (Koordinationsstelle Fan-Projekte bei der Deutschen Sportjugend): Fussball – Alles nur Show? Eine Dokumentation der 1. Fan-Projekte-Werkstatt in Mainz und der 5. Bundeskonferenz der Fan-Projekte in Bremen. Frankfurt a. M. (Eigenverlag) 1997. Lipsitz Bem, Sandra: The Lenses of Gender. Transforming the Debate on Sexual Inequality. New Haven: Yale University Press 1993. Niebergall, Beate: Der mädchenspezifische Umgang mit Gewalt innerhalb rechter Jugendgruppen. In: Frindte, Wolfgang (Hg.) Jugendlicher Rechtsextremismus und Gewalt zwischen Mythos und Wirklichkeit. Sozialpsychologische Untersuchungen. Münster: LIT 1995, 138–191. Strauss, Anselm; Corbin, Juliet: Basics of Qualitative Research. Grounded Theory Procedures and Techniques. Newbury Park CA: Sage 1990. West, Candace; Zimmerman, Don: Doing Gender. In: Lorber, Judith; |
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